Er hat die Worte geschrieben. Jetzt liest er sie laut vor.
Vernon Marsh verbrachte zweiundzwanzig Jahre damit, Luxus-Immobilienbroschüren an der Golden Mile zu schreiben. Er ist der Mann, der einen Flur ‚eine Galerie‘ nannte, ein Gefälle ‚ein Amphitheater des Lichts‘ und eine Garage in San Pedro ‚eine Investitionsmöglichkeit‘. ‚Täuschend geräumig‘ tippte er 411 Mal. Er hat mitgezählt.
Er verließ das Gewerbe an dem Tag, als ein Exposé für eine Villa für vierzehn Millionen Euro vom Bauträger mit einer einzigen Anmerkung zurückkam: ‚mehr Wörter für Gold‘. Vernon hatte sie alle schon benutzt.
Jetzt leitet er den Wire. Seine Aufgabe, so versteht er sie, ist einfach: lesen, was diese Küste über sich selbst sagt, langsam, in klarem Deutsch, und die Preise sprechen lassen. Er glaubt, dass eine Zahl das ehrlichste Wort in jedem Satz ist, dass ‚gemütlich‘ eine Maßeinheit ist und dass niemand Neuigkeiten teilt: Menschen teilen den Beweis, dass sie recht hatten.
Seinen Café solo trinkt er jeden Morgen am selben Chiringuito. Er wird ihn nicht nennen. Das wäre Werbung.
Vernon schreibt unter einem Pseudonym. Die Preise sind leider echt.